Einleitung
Mit guten Anki Karteikarten vermeide ich Lernfrust und spare viel Zeit. Das Lernen macht schlicht mehr Spaß.
Nach vielen Jahren trial and error haben sich „7 heilige Prinzipien“ für optimale Karteikarten herauskristallisiert, die ich hier mit dir teilen möchte.
Vermeide so Frust und ineffizientes Lernen in 7 Schritten.
Neu bei Anki? Dann lies zuerst diesen Artikel!
Wenn du lieber KI nutzen willst, zeige ich dir hier, wie du Anki-Karteikarten mit KI erstellst.
1 Understand
Mache keine Karten, wenn du das Thema noch gar nicht verstanden hast. Nutze hochwertige Quellen wie Lehrbücher, Online-Plattformen, YouTube-Videos oder Podcasts.
Ich schreibe am liebsten initial eine kompakte Zusammenfassung – meiner Meinung nach am besten digital, von verschiedenen Geräten abrufbar und stets editierbar, zum Beispiel mit: Apple Notizen, Samsung Notes, OneNote, Google Keep, Notion oder Simplenote.
Ich weiß, manche lieben ihr Papier dennoch zu sehr 😌. Ich hätte niemals die Strukturiertheit, dieses eine „Super-Notizbuch“ immer mit mir herumzuführen. Alles Digitale erhöht bei mir die Wahrscheinlichkeit, dass ich es wieder anschaue.
An dieser Stelle passiert einer der häufigsten Lernfehler. Den sehr Viele in Schule oder Studium bleiben beim Verstehen stehen😬. Es entsteht ein trügerisches Signal im Hirn: „Habe ich begriffen und fühlt sich vertraut an.“ Das ist die sog. Kompetenzillusion.
Wirklich frei aus dem Gedächtnis abrufbares Wissen entsteht dagegen erst, wenn du in der Prüfungsvorbereitung Aktiven Abruf trainierst. Zum Beispiel mit Anki-Karteikarten – und genau dieser Artikel ist die Anleitung für die Erstellung effizienter Karteikarten. Damit du deine kostbare Lernzeit effizient nutzt.
Tipp für die Kartenerstellung: Missachte niemals Grundlagen! Es lohnt sich hochgradig, auch leicht zu verstehende Grundlagen in Karteikarten umzuwandeln.
Merke:
Nach dem Verstehen kannst du dich dann leider noch nicht zurücklehnen, denn Verstanden ≠ Gelernt. Die allermeisten Menschen können Information noch lange nicht aktiv abrufen, nur weil sie sie verstanden haben – insbesondere nicht für Tage, Wochen und länger.
1.1 Notiztyp auswählen
Die „Basis“ oder der „Goldesel“ für die meisten wird der sog. Lückentext (engl. Cloze) sein. Sehr ähnlich sind Karten mit Vorder- und Rückseite – das ist eher eine Präferenzfrage. Die 7 heiligen Prinzipien gelten grundsätzlich für alle Notiztypen. Der Einfachheit halber beziehen sie sich hier auf den Lückentext.
2 Chunk

Chunk bedeutet wörtlich „in Stücke schneiden“. Genau das solltest du mit zu lernender Information machen.
Viel Information auf wenigen Karten ist Selbstbetrug, denn vermeintlich gesparte Zeit rächt sich später mit schwierig merkbaren Karten und mehr Zeitverlust.
Wissen wird stattdessen aus hübschen, kleinen Bausteinen gebaut, die später ein solides Schloss formen.
Frage dich kurz selbst, ob das hier eine gute bzw. gut zu lernende Karte wäre:


Nein, tatsächlich viel zu viel Information! Wie machen wir es gut verdaulich fürs Gehirn? Chunk!
Ein schöner, relevanter Informationshappen 🧀 ist der Geburtsort. Man könnte die Stadt Ajaccio lernen oder alternativ die Insel Korsika.
Dein Gehirn liebt runtergebrochene Information, die es immer wieder schnell und auf gleiche Weise abrufen kann. Wie im echten Leben wirst du eine bekannte und klare Strecke schnell und effizient abfahren 🚲🚙.
Sind aber auf einer Karte schwerere und leichtere Informationshappen gemischt, hast du ein Geschwindigkeits-Problem. Du wirst dich eher am schweren Inhalt orientieren, die Karte hat also ein langsames Lerntempo. Du siehst aber den leichten Inhalt unnötigerweise auch immer wieder, der eigentlich ein viel schnelleres Lerntempo vertragen würde.
Beispiel für gutes Chunking:

In Amerika gibt es dazu die Aussage „keep it simple, stupid“. Wenn einem die Karte fast schon zu banal, zu einfach vorkommt, ist sie meistens wertvoll!
Grundsätzlich sollte man bis maximal drei Informationshappen 🧀 ähnlicher Schwierigkeit pro Lücke lernen – das sind alle Informationen, die in der Klammer {{c1:xxx}} stehen. Beispiele:
- Die drei flächenmäßig größten Länder der Welt
- Zwei (bildungssprachliche) Synonyme vom englischen „awesome“
- Die drei (tödlichsten) Nebenwirkungen von Amiodaron (Medikament)
- etc.
Pro Notiz kann man natürlich mehr Lücken machen ({{c1:xxx}}, {{c2:xxx}}) – d. h. aus einer Notiz werden dann mehrere Karten 🤯. Dies birgt aber die Gefahr der Kontext-Erleichterung: du kannst eine Karte beantworten, weil sich dein Gehirn an den Kontext erinnert; evtl. bleibt die eigentliche Lücke aber nicht sicher / nicht isoliert abrufbar 😱. Im Zweifel also lieber isolierte Karten erstellen.
Beispiel für nicht isoliert:


Isoliert:

3 Reduce
Wenn auf einer Karte absolut nur die relevanten Informationen sind, spart das Zeit. Und einige Sekunden pro Karte gespart ist bei vielen (tausend) Karten sehr viel gesparte Zeit 💶. Das heißt Fragentext und Antwort auf die Wörter reduzieren, welche zum Verstehen von Frage und Antwort ausreichen.
Außerdem Stichwörter (Auslösereize) nutzen: Verwende klare, einheitliche Stichwörter in deinen Anki-Fragen, damit dein Gehirn sofort weiß, was gefragt ist. Sie aktivieren im Gehirn zuverlässig und schnell das passende Wissensfeld. Wenn du sie einheitlich nutzt, vermeidest du Verwirrung und beschleunigst das Erinnern. Beispiele:
- Geburtsort: eh klar
- Dauer: für zeitliche Angaben – z. B. Epochen
- Defi.: Bestandteile eines medizinischen Terminus – z. B. Galeazzi-Fraktur
- NW: für Nebenwirkungen – z. B. NW von β-Blockern
- WM: für Wirkmechanismus
- KI: für Kontraindikation
- Ind: für Indikation
Wenn dadurch mehrere Items abgefragt werden, sollte die Anzahl kenntlich gemacht werden, um deinem Gehirn eine komfortable mentale Antwort-Fahrbahn zu ermöglichen:

Die abzurufende Information „3 Bestandteile“ kann auch in Blau in der Klammer vor Beantwortung der Frage dargestellt werden. Dazu ::3 Bestandteile hinter die Antwort einfügen (der :: erlaubt diese Funktion). Das ist eine Präferenzfrage; ich mache es gerne so:

So sieht die Karte während des Lernens aus:

Weiteres Beispiel:


Weiteres Beispiel:

Auf die Info „ältester zuerst“ kann man hier nicht verzichten, da sonst deinem Gehirn nicht ganz klar ist, wie es die Frage beantworten soll. Und das macht die Karte anstrengender und langwieriger. Das Gehirn liebt – wie bereits angemerkt – klare mentale Fahrbahnen, die es immer wieder sehr ähnlich abfahren kann 🚙. Möglich wäre evtl. stattdessen „Alter↓“, wenn das für dich eindeutig ist.
Runden: Oft ist es nicht nötig, eine Zahl ganz exakt zu wissen. Spare dann den deutlichen mentalen Extraaufwand und runde Zahlen. Wenn eine genaue Zahl für dich relevant sein sollte, erstelle dafür eine eigene Karte. Beispiele:
- Frage: Dauer Wikingerzeitaler
{{c1:...}}– Antwort: Dauer Wikingerzeitalter ca. 800 – 1050 n. Chr. - Exakte Zahl: Wikingerzeitaler beginnt
{{c1:...}– Wikingerzeitaler beginnt 793 n. Chr. - Gewicht Blauwal
{{c1:...}}– Gewicht Blauwal ca. 150 T - Höchstgeschwindigkeit Gepard
{{c1:...}}– Höchstgeschwindigkeit Gepard ca. 100 km/h
Besonderheit Sprachenlernen: Werden Sprachen gelernt, ist das Lernen von ganzen Sätzen empfehlenswert. Denn mit Kontext entsteht für einzelne Wörter leichter ein neuronaler Anker im Gehirn und das Wort kann später wieder abgerufen werden. Also zum Beispiel: Muttersprache ganzer Satz → Fremdsprache ganzer Satz verdeckt. Plus zusätzlich: Einzelnes Wort Fremdsprache → Wort in Muttersprache verdeckt (analog zum Punkt 6 Bidirectional).
Merke:
Erliege nicht der Illusion, dass Informationen im Fragentext in dein Gedächtnis gelangen, nur weil du sie immer wieder siehst. Jede Information muss aktiv abgefragt werden!
4 Sexy
Mehr Farben und Bilder = mehr sexy 🔥. Farben und Bilder erkennen ist evolutionär für Menschen eine absolute Basisfunktion. Alle Kulturen nutzen Farben und Bilder; Rot erregt immer unsere Aufmerksamkeit, Orange/ Gelbtöne regen den Appetit an, Blau hingegen nicht. Moderne Schrift ist dagegen etwas Neues (nicht ganz so „sexy“ für unser Gehirn).
Wer Farben nutzt, macht seinem Gehirn das Lernen etwas angenehmer (Durchhaltefähigkeit 📈) und spart Zeit 💶. Unterstreichen und Fett können ebenfalls unseren Aufmerksamkeits-Kegel 🔦 ein paar Millisekunden schneller auf den relevanten Teil der Frage lenken (≈ das, was zum Beantworten der Frage minimal gebraucht wird).
Beispiele:


Sollte sich eine Information bildlich darstellen lassen, nutze das unbedingt! Also auch eine Abbildung der Galeazzi-Fraktur und du musst den Namen nennen. Wenn mir eine Frage nur ein Bild zeigt, ist es für mich eindeutig, dass ich das Bild benennen soll, daher nutze ich diese Struktur: {{c1::Galeazzi Fraktur::Bild}}

5 Background
In einem separaten Bereich (Feld) der Notiz kannst du dich austoben und relevantes Hintergrundwissen (Background) und Bilder einfügen. Das erhöht ebenfalls die Wahrscheinlichkeit, dass die Information neuronal verankert wird (deinem Gehirn sinnig und wichtig erscheint). Zum Beispiel Eckdaten zu Napoleons Kindheit und Jugend, wenn du seinen Geburtsort lernst.
Ganz oben im Feld habe ich gerne ein Bild, das mir quasi schon entgegenspringt. Im folgenden Beispiel eine Statue von Napoleon in seiner Geburtsstadt Ajaccio und ein GPT-Bild, darunter Text:


Dort ist auch ein guter Ort, um Quellen und Datum des Wissens einzufügen (Buchseiten, Websites, in Software-Version X vom Y etc.) und ggf. anzumerken, wenn sich Quellen unterscheiden.
Im Standard-„Lückentext“-Notiztyp von Anki wird das Feld „Rückseite Extra“ dafür genutzt. Diese Information wird bereits angezeigt, bevor du die Frage beantwortet hast.
Mit dem lernenlernen.com Lückentext Notiztyp hast du mit dem Feld „Background“ die Möglichkeit, dir diese Information erst mit Klick auf das Buch-Emoji oder Drücken der Taste H zu öffnen, um Kontext-Erleichterung und Ablenkung zu vermeiden.
Du findest ihn auf der Website unter „Downloads“!
6 Bidirectional
Wenn du lernst, dass die Geburtsstadt von Napoleon Ajaccio ist, dann solltest du auch lernen, welche berühmte Person in Ajaccio geboren wurde. Das Wissen auch aus einem anderen Blickwinkel zu lernen, stärkt die neuronalen Verknüpfungen, die für die Speicherung der Information verantwortlich sind. Das macht das Wissen stabiler abrufbar.
Beispiele:

(Zur Abwechslung nicht die Buchstaben farbig, sondern mit „Texthervorhebung“ lila markiert. Wem das zu uneindeutig ist, da ja auch andere Personen in Ajaccio geboren sein könnten, könnte wie folgt einen Hinweis geben: {{c1::Napoleon::Feldherr}}.)
Weitere Beispiele:




Bilder: Wenn du die drei Bestandteile der Galeazzi-Fraktur lernst, ist eine sehr potente bidirektionale Karte eine Abbildung der Fraktur. Siehe dazu das Beispiel im Punkt 4 Sexy.
7 Humor & Help
Humor und Merkhilfen (Humor & Help) sind häufig die Prise Salz, um deinem Gehirn das Speichern von Information ausreichend schmackhaft zu machen.
Frage dich daher, ob es für die zu lernende Information folgendes gibt:
- Beispiele aus deinem persönlichen Leben,
- Hintergrundgeschichten,
- Merksätze oder
- passende Merkbilder.
Wenn ja, wunderbar, füge sie in das Feld Background ein (Karten mit diesem Extra-Feld erhältst du kostenlos unter „Downloads”). Sie schaffen bildhafte und emotionale Anker im Gehirn und erleichtern das spätere Abrufen.
Bildhaftes wird im Gehirn doppelt gespeichert – einmal sprachlich, einmal als inneres Bild – und hat dadurch zwei Abrufwege statt nur einem. Und emotional Aufgeladenes wird über die Amygdala stärker im Gedächtnis verankert – Schmunzeln ist also nicht nur nett, sondern auch eine echte Lernhilfe.
Beispiele/Erlebnisse aus deinem persönlichen Leben könnten sein:
- Wo X in der Neuroanatomie-Vorlesung die Kreide runtergefallen ist/den Witz Y dazu gemacht hat.
- Du lernst Baumarten: Eine Birke steht bei Oma im Garten direkt vor dem Fenster (und ein Bild der Birke einfügen).
- Nebenwirkung Müdigkeit: Wie meine Freundin X, die immer müde wird, wenn sie ihr Heuschnupfen-Medikament nimmt.
Beispiele für Hintergrundgeschichten:
- Entdeckung der kosmischen Hintergrundstrahlung: Die Radiophysiker Penzias und Wilson hörten 1964 ein rätselhaftes Rauschen aus ihrem Hornantennen-Teleskop. Sie suchten tagelang nach der Störquelle und fanden schließlich zwei Tauben. Nach Entfernung des „Taubendrecks“ blieb das Rauschen jedoch bestehen. Erst später erkannten sie, dass sie unbeabsichtigt das Echo des Urknalls entdeckt hatten – die kosmische Hintergrundstrahlung.
- Wirkung Atropin: Frauen in der Renaissance tropften Saft der Tollkirsche in die Augen, weil das enthaltene Atropin die Pupillen weit stellte und den Blick „schön“ wirken ließ. Die Pflanze erhielt deshalb den Namen bella donna – „schöne Frau“.
Beispiele für Merksätze/Akronyme:
- Mein Vater Erklärt Mir Jeden Sonntag Unsere Nachbarplaneten → Merkur, Venus, Erde, Mars, Jupiter, Saturn, Uranus, Neptun (Reihenfolge der Planeten im Sonnensystem von der Sonne ausgehend).
- Ein Kahn, der fuhr im Mondenschein im Dreieck um das Erbsenbein. Vieleck groß, Vieleck klein, der Kopf der muss am Haken sein (Anordnung der Handwurzelknochen).
- Erst das Wasser, dann die Säure – sonst geschieht das Ungeheure (Chemie, Verdünnungsregel).
Beispiele für passende Merkbilder:
Vielleicht hast du schon ein gut passendes Bild in deinen Unterlagen, das deiner Erinnerung hilft. Es sollte dabei wirklich zur zu lernenden Information passen – denn sonst ist es eine Ablenkung und verschlechtert das Erinnern.
Dank der Bilderstellung durch künstliche Intelligenz (zum Beispiel mit ChatGPT) lassen sich sonst auch schnell eingängige Bilder erstellen. Wenn deine Fantasie bereits eine Vorstellung hat, wie du dir etwas gut merken könntest, lasse dazu ein passendes Bild generieren:
- Hydrochlorothiazid (ein Medikament) senkt Kalium im Blut. In Hydrochlorothiazid steckt ungefähr das Wort Tarzan – daher nutze ich ein KI-generiertes Bild, wie Tarzan Kalium (K) in einen Beutel gibt (es stiehlt), daher sinkt es:

- Ein KI-Bild von Mehlstaub in einer Lunge, um die Nebenwirkung Lungenfibrose vom Medikament Melphalan (Mehl-phalan) zu lernen:

Wenn du noch keine eigenen Ideen hast, kannst du der KI direkt sagen, dass du dir X nicht merken kannst. Entweder sie gibt dir dann bereits eine gute Merkhilfe oder du fragst sie direkt nach Merksatz, Erklärung des Merksatzes und Visualisierung (einem Bild zum besseren Merken).
Alternativ oder zusätzlich kannst du nach einer (wahren) Hintergrundgeschichte fragen.
Ein Beispiel:
- Prompt: Ich kann mir nicht merken, dass Ca-Citrat bei gleichzeitiger PPI-Einnahme besser wirkt als Carbonat. Bitte auch visuelle Eselsbrücke.
- Antwort: SÄURE WEG? NIMM DAS SALZ! (Merksatz)
- Kurz erklärt:
- PPI → weniger Magensäure
- Calciumcarbonat braucht Säure → wirkt schlechter
- Calciumcitrat braucht keine Säure → funktioniert trotzdem
- Eselsbrücke: „Citra“ klingt wie Zitronensaft – sauer von Natur aus, löst sich auch ohne Magensäure.
- Zusammenfassung: PPI hemmt Magensäure → Calciumcarbonat unwirksam → Calciumcitrat bevorzugen.
- Kurz erklärt:

Wenn die Information einer für das Gehirn verständlichen Logik zugeordnet wird und/oder mit Humor verbunden wird, kann das die Wahrscheinlichkeit für eine Speicherung im Hippocampus (im Gedächtnis) deutlich steigern. Vielleicht geht es dir auch so, dass emotionale Szenen aus deinem Leben immer noch sehr gut abrufbar sind – wie dir etwas vor der ganzen Klasse peinlich war (Scham, Angst) oder ein unerwarteter Erfolg (Freude).
Achtung: Nutze Merksätze und Merkbilder nur für einen Kontext! Wenn Tarzan plötzlich für mehrere Sachverhalte herhalten müsste, kann ein sog. Interferenz-Problem entstehen, das heißt dein Gehirn verwechselt Inhalte.
Audioaufnahmen
Wenn du eine neue Karte hinzufügst, kannst du sie gleich um eine Audiodatei ergänzen. Dafür auf das Mikrofon (oder F5) drücken:

Je nach Positionierung wird die Aufnahme dann vor oder nach Beantwortung abgespielt, oder optional, wenn du sie ins Background-Feld einfügst.
Extra: Anwendung der Prinzipien, um Karten zu verbessern
Ich konnte mir diese medizinische Information nur sehr schlecht merken:


Nach initialen erfolgreichen Wiederholungen (immer mit „Gut“ beantwortet) im weiteren Verlauf fünf Fehlversuche 😬. Also eine schlechte Karte! „Härter“ lernen bringt hier nichts; die Information ist einfach für mein Gehirn noch nicht appetitlich genug 🧀.
Also … Chunk🪓:
Informations-Einheiten vereinzeln:

Der Fragentext ist schon ausreichend kurz, das Prinzip Reduce also bereits umgesetzt.
Sexy:
Farbe und Unterstreichen nutzen:

Background:
Hintergrundwissen einfügen:

Bidirectional:
Drehe die Richtung der Frage um, in diesem Fall entsteht so eine zweite Karte für den Dünndarmileus, die danach fragt, wo die Spiegel im Röntgen zu sehen sind:

Ein Lern-Profi würde auch eine Karte erstellen, auf der nur das Bild vom Dünndarmileus ohne Beschriftung zu sehen ist.
Führst du das analog für den Dickdarmileus durch, sind aus einer Karte bis zu 6 entstanden. Erstmal mehr Zeitaufwand, aber auf lange Sicht ein Gewinn an Wissen und Zeit – und beugt Lernfrust vor.
Exkurs: Was ist objektiv eine gute Karte?
Nachdem sie erstmalig mit „Gut“ beantwortet wurde, wird sie anhaltend mit „Gut“ beantwortet (nach
1 – 2 × „Gut“ ist eine Karte mit gewöhnlichen Einstellungen gelernt). „Nochmal“ ganz am Anfang ist nicht schlimm, sollte aber schnell in ein anhaltendes „Gut“ übergehen.
Dadurch ist die sog. Abrufbarkeit (Prozentwert) einer Karte hoch, die Stabilität (Monate) lang und die Intervalle bis zum nächsten Sehen kontinuierlich länger. Bei einer schlechteren Karte schwankt die Beantwortung mehr; du drückst auch später immer mal wieder (oder anhaltend) „Nochmal“.
Literatur & Quellen
- Leitner, S. (1995): So lernt man lernen: Der Weg zum Erfolg. 4., überarb. Auflage. Verlag Herder, Freiburg i. Br.
- Woźniak, P. (1999): Effective learning: Twenty rules of formulating knowledge. https://www.supermemo.com/en/blog/twenty-rules-of-formulating-knowledge
- Dunlosky, J. et al. (2013): Improving students’ learning with effective learning techniques. Psychol Sci Public Interest 14(1), 4–58. https://doi.org/10.1177/1529100612453266
- Roediger, H. L.; Butler, A. C. (2011): The critical role of retrieval practice in long-term retention. Trends Cogn Sci 15(1), 20–27. https://doi.org/10.1016/j.tics.2010.09.003
- Cowan, N. (2001): The magical number 4 in short-term memory. Behav Brain Sci 24(1), 87–114. https://doi.org/10.1017/S0140525X01003922
- Paivio, A. (1991): Dual coding theory: Retrospect and current status. Can J Psychol 45(3), 255–287. https://doi.org/10.1037/h0084295
- Cahill, L.; McGaugh, J. L. (1998): Mechanisms of emotional arousal and lasting declarative memory. Trends Neurosci 21(7), 294–299. https://doi.org/10.1016/S0166-2236(97)01214-9
Version: Mai 2026
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