Künstliche Intelligenz wie Claude oder ChatGPT kann die Erstellung von Karteikarten stark beschleunigen.
Für das Medizinstudium und andere Studiengänge sind Anbieter wie AnkiBuddy bekannt, die dir aus deinen PDFs direkt fertige Karteikarten erstellen.
Karteikarten mit KI erstellen zu lassen bietet sich besonders an, wenn du größere Mengen an Information lernst – da selbst geschriebene Karteikarten mit hohem Zeitaufwand verbunden sind.
Diese Anleitung hilft dir, Anki Karteikarten mit Claude oder ChatGPT erstellen zu lassen. Und stellt AnkiBuddy vor.
Hinweise
Disclaimer: KI kann Fehler machen und Inhalte erfinden. Daher müssen Ergebnisse stets kritisch geprüft und fachliche Aussagen mit verlässlichen Quellen abgeglichen werden. Die Nutzung der Inhalte erfolgt auf eigene Verantwortung. Die bereitgestellten Beispiele ersetzen keine fachliche Beratung oder Ausbildung.
Du benötigst für diese Anleitung ChatGPT oder Claude und Anki. Warum Anki? Es ist eine fortschrittliche Software speziell für digitale Karteikarten. Und für Desktop und Android komplett kostenlos (lediglich die iOS-App kostet etwas). Anki erkennt KI-generierte Karteikarten zuverlässig und erlaubt den Import durch wenige Klicks. Die Karteikarten kannst du dann mit einem erprobten Algorithmus für Spaced Repetition (Intervall-Lernen) lernen.
Lies diesen Anki-Anfänger-Guide, wenn du noch keine Anki-Kenntnisse hast.
Mehr zur Geschichte von Anki und warum sich die Nutzung lohnt, findest du hier.
Karteikarten mit KI erstellen per PDF-Upload: AnkiBuddy
Das größte Problem an Anki ist nicht das Lernen – es ist das Erstellen der Karten. Wer schon mal ein 50-seitiges Skript in Karteikarten verwandelt hat, kennt das: Da sitzt du stundenlang am Tippen, bevor du auch nur eine einzige Karte gelernt hast.
Genau hier setzt AnkiBuddy an. Das Tool ist auf Medizinstudierende zugeschnitten, wird aber auch von den Fächern Zahnmedizin, Psychologie, Jura, Pharmazie, Lehramt, Tiermedizin, Biologie und BWL genutzt. AnkiBuddy funktioniert so: Du lädst deine Vorlesungsfolien, Skripte oder Zusammenfassungen als PDF hoch, und die KI erstellt dir daraus in wenigen Minuten fertige Anki-Frage-Antwort-Karten.
Wenn deine Datei noch keine PDF ist, kannst du sie z. B. mit ilovepdf.com, Microsoft Word, Apple Pages oder Google Docs als PDF exportieren bzw. herunterladen.
Auch alle Bilder in einer PDF werden optional übernommen und du kannst im Editor-Modus schnell Bildverdeckungen (Image Occlusions) hinzufügen.
Geh die generierten Karten im Editor einmal durch und lösche alles, was dich nicht überzeugt. Das ist nicht nur eine Qualitätssache, sondern auch eine Kostensache. AnkiBuddys Abos rechnen nämlich nicht ab, wie viele Karten die KI produziert, sondern wie viele du am Ende tatsächlich herunterlädst. Generieren ist unbegrenzt – du zahlst also nur für die Karten, die du wirklich behältst. Was du vorher aussortierst, zählt nicht mit.
Das Preismodell in Kürze: Die kostenlose Version erstellt dir pro PDF die ersten 50 Karten und lässt dich einmalig 50 Karten herunterladen – genug, um zu testen, ob das Tool zu dir passt. Das Starter-Abo (ab 5 €/Monat im Semester-Abo) erlaubt unbegrenztes Generieren und bis zu 350 Downloads pro Monat, das Pro-Abo (ab 10 €/Monat im Semester-Abo) hebt alle Limits auf. Wer knapp bei Kasse ist, kann über einen Fragebogen bis zu 75 % Rabatt bekommen.
Ein ehrliches Wort zur Qualität: KI-Karten sind immer nur so gut wie das hochgeladene Material und deine Durchsicht. Karten, die zu viel auf einmal wollen, gehören gelöscht oder aufgeteilt – egal, ob du oder eine KI sie geschrieben hat.
Transparenz: Der Link oben ist ein Affiliate-Link. Wenn du darüber AnkiBuddy abonnierst, bekomme ich eine kleine Provision – für dich ändert sich am Preis nichts. Ich verlinke das Tool, weil ich es selbst getestet habe und es ein echtes Zeitproblem löst.
Merke:
Lass dir die Karten von der KI erstellen – aber entscheide selbst, welche du behältst. Die Durchsicht ist kein lästiger Zusatzschritt, sondern Qualitätssicherung.
Karteikarten mit KI erstellen zum Sprachen lernen
Im folgenden Abschnitt zeige ich dir, wie du einem einzigen Prompt in ChatGPT oder Claude Karteikarten erzeugst, mit denen du ein Sprachniveau verbessern kannst.
Lade zunächst den lernenlernen.com Lückentext kostenlos von dieser Website herunter. Drücke dafür auf der Startseite auf Downloads (grüner Pfeil), dann auf den lernenlernen.com Lückentext für Anki (gelber Pfeil). Es ist eine leicht veränderte Variante des Standard-Lückentexts von Anki und beinhaltet ein Feld für Hintergrundwissen. Der gleich folgende Prompt generiert automatisch relevantes Hintergrundwissen, welches du dann optional durch Klick auf das Buch-Emoji oder Drücken der Taste H öffnen kannst!


Nachdem du ihn heruntergeladen hast, klicke im Anki Startbildschirm auf Datei importieren und wähle lernenlernen.com Lückentext.apkg.

Drücke dann oben rechts auf Importieren. Und schon steht dir dieser Notiztyp zur Verfügung.

Kopiere jetzt den folgenden Pormpt und füge ihn in Claude oder ChatGPT ein.
Prompt:
EINSTELLUNGEN – nur hier etwas anpassen, den Rest unverändert lassen:
Lernsprache (neue Sprache): Englisch
Muttersprache (Übersetzung): Deutsch
Max. Wörter im Satz: 7
Satzstil: akademisch/formell
Zweite Karte (Einzelwort): ja
Hintergrundwissen enthält: Übersetzung – Kontext/Verwendung – Synonyme – Aussprache (Lautschrift + deutsche Lesehilfe)
Diese Wörter will ich lernen: [hier deine Wörter eintragen, durch Komma getrennt]
Zusätzliche Vorschläge von der KI: ja (auf „nein” setzen, wenn du nur deine Wörter willst)
────────────────────────────────
Du hilfst mir, Vokabeln für Anki zu lernen. Lies zuerst den Einstellungs-Block oben und wende seine Werte überall dort an, wo unten in eckigen Klammern [ ] darauf verwiesen wird. Gib die eckigen Klammern selbst NICHT mit aus.
Gib das Ergebnis als fertige, herunterladbare .txt-Datei aus (UTF-8, Dateiname z. B. anki_vokabeln.txt) – nicht nur als Text im Chat. Der Inhalt der Datei ist reiner Text im Anki-Text-Importformat, OHNE Tabelle, OHNE Nummerierung, OHNE Markdown, OHNE Code-Block/Backticks und ohne Erklärungen drumherum.
Beginne die Ausgabe mit genau diesen Kopfzeilen:
#separator:Pipe
#html:true
#columns:Text|Hintergrundwissen
Danach erzeugst du pro Vokabel die folgenden Karten. Jede Karte ist EINE Zeile mit zwei Feldern, getrennt durch einen senkrechten Strich |
KARTE 1 – Satz, Richtung [Muttersprache] → [Lernsprache]:
Feld 1 (Text): Ein Satz in [Muttersprache] mit maximal [Max. Wörter im Satz]
Wörtern, dahinter die Übersetzung in [Lernsprache] als Lückentext. Format:
Satz in [Muttersprache]. {{c1::Satz in [Lernsprache].}}
Beide Sätze enthalten das Zielwort. Stil: [Satzstil].
KARTE 2 – Einzelwort, Richtung [Lernsprache] → [Muttersprache]
(diese Karte NUR erzeugen, wenn „Zweite Karte” = ja):
Feld 1 (Text): Das Zielwort in [Lernsprache], dahinter seine Übersetzung in [Muttersprache] als Lückentext. Format: Zielwort in [Lernsprache] {{c1::Übersetzung in [Muttersprache]}}
Feld 2 (Hintergrundwissen) – bei allen Karten eines Wortes identisch:
Inhalt gemäß „Hintergrundwissen enthält” aus den Einstellungen, geschrieben in [Muttersprache]. Die einzelnen Aspekte jeweils mit „ – ” (Gedankenstrich mit Leerzeichen) trennen.
So sieht eine fertige Vokabel aus (Format-Muster, hier mit Englisch/Deutsch):
Die Daten bestätigen seine Theorie. {{c1::The data corroborate his theory.}}|to corroborate – bestätigen / erhärten – in akademischen Texten, wenn Belege eine Aussage stützen – Synonyme: to confirm, to substantiate – /kəˈrɒbəreɪt/ – „ke-ro-be-reit”
to corroborate {{c1::bestätigen / erhärten}}|to corroborate – bestätigen / erhärten – in akademischen Texten, wenn Belege eine Aussage stützen – Synonyme: to confirm, to substantiate – /kəˈrɒbəreɪt/ – „ke-ro-be-reit”
Wichtige Regeln:
– Jede der drei Kopfzeilen steht in einer EIGENEN Zeile (echter Zeilenumbruch), niemals mehrere Angaben in einer Zeile.
– Jede Karte ist GENAU eine Zeile. Brich innerhalb einer Karte NIEMALS um – auch wenn die Zeile sehr lang wird. Kein automatischer Zeilenumlauf / kein Hard-Wrap.
– Verwende NIEMALS | oder ; innerhalb eines Feldes (sonst zerreißt der Import).
– Pro Vokabel genau ein Satzbeispiel.
– Keine Leerzeilen zwischen den Karten.
Verarbeite die Wörter aus „Diese Wörter will ich lernen”. Wenn „Zusätzliche Vorschläge von der KI” = ja, ergänze passende weitere Wörter.
Passe kurz den Abschnitt EINSTELLUNGEN im Prompt an – damit die KI weiß, was du überhaupt lernen willst bzw. welche Wörter. Wenn du gar nicht weißt, welche Wörter oder Redewendungen du lernen willst, lass dir diese einfach in einem separaten Prompt von der KI generieren (z. B. „Ich brauche 10 Wörter akademisches Englisch“).
Der obige Prompt generiert eine txt-Datei. Du kannst sie in Anki einfügen, indem du im Startbildschirm unten rechts auf Datei importieren drückst.

Wähle die soeben generierte Datei aus (in meinem Fall ist es anki_adjektive_2.txt).

Anki erkennt die Datei automatisch, du musst lediglich bei Notiztyp den lernenlernen.com Lückentext auswählen. Und unter Stapel, wo die Karten landen sollen (in meinem Fall im Stapel Español).
Für jedes zu lernende Wort entstehen 2 Karten. Erstens ganzer Satz Muttersprache → Fremdsprache und zweitens Schlüsselwort Fremdsprache → Muttersprache. Damit jedes Wort bidirektional gelernt wird.
KI für Merkhilfen verwenden
Dein Gehirn speichert besser, was auffällt und Bedeutung hat: Emotionen, Bilder und überraschende Verknüpfungen erhöhen Aufmerksamkeit und erleichtern den späteren Abruf, weil mehrere Gedächtnis-Spuren gleichzeitig aktiviert werden.
Natürlich kannst du eigene Bilder oder Merkhilfen verwenden – oder das kreative Potential von KI nutzen.
Humor, Drama oder ein kleiner Wow-Effekt wirken wie Klebstoff fürs Gedächtnis: Wenn du Informationen mit Emotionen koppelst, bleiben sie eher hängen.
Merke:
Verknüpfe Inhalte emotional und visuell.
Um mir zum Beispiel die Nebenwirkung eines Medikaments einzuprägen, habe ich ein ungewöhnliches, starkes Bild erzeugt – eine stilisierte Lunge als visuelle Eselsbrücke für genau diese Nebenwirkung (Melphalan → Lungenfibrose).

Mit den folgenden Prompts können Gedächtnis-Booster generiert werden. Passe die Angaben in den Klammern jeweils an deinen Lernstoff an:
Allgemeine Merkhilfe:
„Gib mir eine einprägsame Eselsbrücke (Akronym, Reim oder Merksatz) für (Fakt, den ich mir merken will). Kurz, überraschend und leicht abrufbar.“
Passende Bildideen:
„Beschreibe mir ein ungewöhnliches, starkes Bild, das (Fakt) visuell verankert. Je absurder und emotionaler, desto besser – Hauptsache, es bleibt hängen.“ (Die Beschreibung kannst du als reinen Text oder für Bildgenerator nutzen – beides schafft eine visuelle Eselsbrücke.)
Bild und Merksatz zusammen:
„Erstelle mir eine Eselsbrücke für (Fakt): einen kurzen Merksatz plus ein dazu passendes Bild. Beides soll zusammenspielen und sich gegenseitig verstärken.“
Wahre Hintergrundgeschichte:
„Erzähl mir eine wahre, überraschende Hintergrundgeschichte zu (Konzept / Jahreszahl / Fakt), die mir beim Merken hilft. Gibt es keine, sag es ehrlich und erfinde nichts.“
Zum Beispiel kann ich mir mit dieser Anekdote das Jahr 1919 als Jahr des Beweises der allgemeinen Relativitätstheorie besser merken:
Merkhilfe:
1919 war direkt nach dem Ersten Weltkrieg. Ein britischer Astronom, Arthur Eddington, wollte ausgerechnet jetzt ein Experiment durchführen, das die Theorie eines Deutschen (Einstein) testet – obwohl die Länder gerade erst Feinde waren. Das war politisch heikel und deshalb umso einprägsamer: Versöhnung durch Wissenschaft.
Die totale Sonnenfinsternis fand am 29. Mai 1919 statt. Eddington reiste dafür u. a. auf die Insel Príncipe (vor Westafrika), ein zweites Team nach Sobral in Brasilien. Während der wenigen Minuten Dunkelheit fotografierten sie Sterne nahe der verdeckten Sonne. Später verglichen sie die Sternpositionen mit Aufnahmen ohne Sonne im Bild – und berichteten: Die Sterne wirken minimal verschoben, so wie Einsteins Vorhersage.
Das Ergebnis wurde Ende 1919 in London präsentiert und ging um die Welt: „Einsteins Theorie bestätigt“ – und das in dem Jahr, in dem Europa gerade erst wieder aus dem Krieg herauskam.
Merke:
Je mehr Kontext du gibst (Fach, Niveau, warum du es brauchst), desto treffsicherer die Merkhilfe. Und: Gerade bei „wahren” Geschichten erfindet KI gern mal etwas Plausibles – prüf historische Anekdoten kurz nach, bevor du sie dir einbrennst.
Viel Erfolg beim Lernen💪.
Literatur & Quellen
- Leitner, S. (1995): So lernt man lernen: Der Weg zum Erfolg. 4., überarb. Auflage. Verlag Herder, Freiburg i. Br.
- Gilbert, M. M. et al. (2023): A cohort study assessing the impact of Anki as a spaced repetition tool on academic performance in medical school. Med Sci Educ 33(4), 955–962. https://doi.org/10.1007/s40670-023-01826-8
- McGaugh, J. L. (2004): The amygdala modulates the consolidation of memories of emotionally arousing experiences. Annu Rev Neurosci 27, 1–28. https://doi.org/10.1146/annurev.neuro.27.070203.144157
- Hockley, W. E. (2008): The picture superiority effect in associative recognition. Mem Cognit 36(7), 1351–1359. https://doi.org/10.3758/MC.36.7.1351
- Zhang, B. (2009): Do example sentences work in direct vocabulary learning? Issues in Educational Research19(2), 175–192. https://www.iier.org.au/iier19/zhang.pdf
Version: Juni 2026
© Dr. Lucas Möll. Alle Rechte vorbehalten.
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