Optimale Anki EinstellungenDer Algorithmus muss ballern damit deine Karteikarten leuchten

Lesezeit: 14 min
Illustration von Zahnrädern als symbolische Darstellung Optimale Anki Einstellungen zur effizienten Lernorganisation.

Optimale Anki Einstellungen lohnen sich, weil du damit Zeit sparst, nach deinen Bedürfnissen lernst und gleichzeitig die tägliche Workload festlegst.

Statt „mehr machen“ justierst du wann und wie oft du etwas siehst – so bekommst du genau die Wiederholungen, die du brauchst, ohne dass die Anzahl explodiert.

Denn Anki ist kein simples Karteikartenprogramm, sondern ein Spaced-Repetition-System: Der Algorithmus entscheidet, wann du eine Information wiedersehen musst, damit sie sich langfristig festsetzt – mit möglichst wenig Wiederholungen.


1 Anki für den Desktop herunterladen

Anki am Desktop ist dein Hauptort für die Kartenerstellung. Ich empfehle, dich dort einmal mit Anki und den Einstellungen zu befassen. Danach kannst du gerne die mobile Version auf dem Handy für Wiederholungen nutzen.

Hier Anki herunterladen: ankiweb

Ich nutze aktuell Version 25.09.2

Vorgefertigte Decks können zum Beispiel von folgenden Websites heruntergeladen werden: ankiweb, reddit, theanking (speziell für das USMLE). Heruntergeladene Decks kannst du, wie auf dem folgenden Bild zu sehen, importieren.


2 Eigenes Stapelprofil erstellen

Dient dazu, dass der Anki-Algorithmus noch besser und für eure speziellen Bedürfnisse gut funktioniert. Hier die Anleitung:

  1. Auf das Zahnrad-Symbol neben dem Stapel (zum Beispiel „AM Prüfung“) drücken, dann „Einstellungen“.
  1. Zuerst brauchen wir ein sog. Stapelprofil, mit für unseren Stapel geeigneten Einstellungen. Dafür rechts neben „Speichern“ auf den Pfeil drücken und „Stapelprofil hinzufügen“.

Ich habe es genau wie den Stapel genannt, nämlich „AM Prüfung“.

  1. Danach erneut rechts neben „Speichern“ auf den Pfeil drücken und dann „Auf alle Unterstapel anwenden“. Wichtig, damit die in diesem Beispiel 19 Unterstapel des Decks nach gleichen Einstellungen arbeiten.
    Mit den Grundeinstellungen würdet ihr sonst zunächst nur Angiologie Fragen sehen, totlangweilig (den Fehler habe ich initial gemacht)!

3 FSRS-Einstellungen

FSRS ist das Upgrade, das Anki „intelligenter“ macht: präzisere Fälligkeitsprognosen, weniger unnötige Wiederholungen und eine Workload, die sich stabiler anfühlt – weil das Planen von Karten stärker an dein tatsächliches Erinnern angepasst wird statt an Standardannahmen.

Auch wenn Langzeitdaten fehlen, sind erste Ergebnisse sehr vielversprechend. FSRS ist seit Anki Version 23.10 verfügbar.

Eine Ausnahme: Schalte FSRS nicht kurz vor einer wichtigen Prüfung ein, wenn du vorher schon länger mit Anki gelernt hast. Der Umstieg könnte deine Intervalle und die Verteilung der fälligen Karten spürbar verändern – und das willst du in der heißen Phase nicht riskieren.

FSRS einschalten

Klicke den Regler an, um FSRS einzuschalten (grüner Pfeil).

Gewünschte Erinnerungsquote

90% ist ein guter Wert, wird dieser Wert erniedrigt, sieht man Karten weniger häufig (sie erscheinen später in der Zukunft), mit dann etwas höherer Wahrscheinlichkeit sie zu vergessen.

Bei Erhöhung (z. B. auf 95 %) seht ihr eure Karten insgesamt öfters, um die Wahrscheinlichkeit des Erinnerns zu steigern – damit steigt aber auch die Kartenlast pro Tag.

Achtung:

Ab jetzt folgen Spezial-Infos zu den FSRS-Einstellungen, das ist etwas für Fortgeschrittene, ihr könnt gerne zum Punkt „Tageshöchstwerte“ springen.

FSRS-Parameter

Finger von diesem Feld lassen! Außer ihr programmiert nebenbei im Anki-Team:)

Bei Änderungen alle Karten umplanen und Beim Optimieren zusätzlich prüfen…

Wie folgt belassen, damit sich Fälligkeiten und die Kartenlast pro Tag nicht zu stark ändert:

FSRS-Parameter optimieren

  1. Erst nach einigen Monaten der Nutzung sinnvoll!
  2. Dieses Stapelprofil optimieren: wenn gedrückt, nimmt es alle Wiederholungen der Stapel, die dieses Stapelprofil (zum Beispiel AM Prüfung) verwenden – und optimiert anhand dieser Wiederholungen (deiner bisherigen) die FSRS-Parameter (gelber Pfeil).
    Bei mir waren es in ca. 2 Monaten 2077 Wiederholungen. Dies beeinflusst (optimiert), wann du Karten in der Zukunft wieder siehst. Danach oben rechts auf Speichern drücken.
  1. Die Zeile unter den FSRS-Parametern: Es können statt der in Punkt 2. genutzten Wiederholungen hier vorgegeben werden, dass andere/zusätzliche Wiederholungen genutzt werden sollen.
    Zum Beispiel werden, wenn „is:review -is:suspended“ in die Zeile eingegeben wird, ALLE deine bisherigen Wiederholungen in Anki herangezogen minus die ausgesetzten Karten.
  2. Dieses Stapelprofil optimieren macht nur im Abstand von einigen Monaten Sinn!

Es folgt ein Bild für eine kurze mentale Entspannungspause:

Die schottischen Highlands

4 Tageshöchstwerte

Tageshöchstwerte für neue Karten

In allen 3 Tabs (gelbe Pfeile) sollte die gleiche Anzahl stehen.

Die Zahl 13 habe ich mir ausgerechnet, um bis zur Prüfung alle 1070 Karten gesehen zu haben (1070/x verfügbare Tage).

Das richtet sich natürlich ganz nach euren Bedürfnissen, je mehr neue Karten desto mehr Arbeit pro Tag – aber natürlich auch mehr Fortschritt.

„Nur heute“ (dritter gelber Pfeil ganz rechts) könnte angepasst werden, wenn heute weniger oder mehr neue Karten hinzukommen sollen.

Sonderfall: ihr schließt alle eure Karten („Notiz dauerhaft ausschließen“, Engl. suspend) und dann die wieder ein, die ihr braucht / lernen wollt. dann könnt ihr den Wert in allen Tabs auf 9999 stellen.

Tageshöchstwerte für Wiederholungskarten

Auf 9999 stellen, damit keine Karte übersprungen wird, die eigentlich fällig ist (zum Beispiel heute). Der Algorithmus funktioniert so besser.

Die zwei Regler darunter, Neue Karten ignorieren den Tageshöchstwert für Wiederholungskarten und Tageshöchstwerte gelten auch für Unterstapel, könnt ihr ausgeschaltet lassen. Nur eine kurze Erklärung:

  • Neue Karten ignorieren den Tageshöchstwert für Wiederholungskarten: Standardmäßig gilt: Wenn du dein Tageslimit für Wiederholungen erreicht hast, stoppt Anki auch die Einführungneuer Karten (weil neue Karten später zusätzliche Reviews erzeugen würden). Wenn du die Einstellung aktivierst, werden neue Karten trotzdem noch eingeführt, selbst wenn das Wiederholungslimit für den Tag bereits voll ist.
  • Tageshöchstwerte gelten auch für Unterstapel: Standardmäßig ist es so: Wenn du direkt einen Unterstapel lernst, ignoriert Anki die Tageslimits des übergeordneten Stapels. Es zählen dann nur die Limits des Unterstapels selbst. Wenn du die Einstellung aktivierst, gelten beim Lernen eines Unterstapels zusätzlich auch die Tageslimits aller darüberliegenden Stapel. Praktisch ist das, wenn du mehrere Unterstapel nacheinander lernst und willst, dass die Gesamtzahl der Karten über alle Unterstapel hinweg nicht aus dem Ruder läuft.

5 Neue Karten

  1. Der Standardwert für Lernstufen ist 1m 10m. Das erste Intervall (1 Minute) wird benutzt, wenn bei einer neuen Karte „Nochmal“ gedrückt wird. „Gut“ lässt die Karte voranschreiten – das Intervall beträgt dann 10 Minuten. Drückst du erneut „Gut“, sind die Lernstufen absolviert, die Karte wird zur Wiederholungskarte und erscheint erst an einem späteren Tag wieder.
  2. Format: Intervalle werden in Sekunden (30s), Minuten (5m) oder Stunden (1h) angegeben, getrennt durch Leerzeichen. Für FSRS-Nutzer: Lernstufen ≥1 Tag werden nicht empfohlen, weil FSRS die Steuerung ab da selbst übernimmt.
  3. Was lerntheoretisch dahintersteckt: Direkt nach dem Lesen rufst du eine Information noch aus dem Arbeitsgedächtnis ab – das bringt für das Langzeitgedächtnis wenig. Erst mit zeitlichem Abstand wird der Abruf „ehrlich“ und produziert einen echten Lerngewinn. Daraus folgt: Lernstufen unter ~10 Minuten führen eher zu Selbstbetrug (engl. Illusion of Competence). Außerdem sollte jeder weitere Schritt länger sein als der vorige – sonst wird das Gehirn nicht genügend herausgefordert und der Lerneffekt sinkt deutlich (engl. Desirable Difficulites).
  4. Meine Empfehlung: zwei Begegnungen am ersten Tag. Ich möchte eine neue Karte am ersten Tag bewusst zweimal sehen, bevor FSRS sie ins reguläre Intervall (oft 2–4 Tage) verschiebt. Das gibt der frischen Gedächtnisspur eine zusätzliche Konsolidierung, bevor sie für längere Zeit “untertauchen” muss. Zwei Varianten dafür:
  5. 15m 1h – die lerntheoretisch sauberere Wahl. Beide Schritte liegen klar außerhalb des Arbeitsgedächtnis-Bereichs, und der Faktor 4 zwischen ihnen sorgt dafür, dass der zweite Abruf einen echten neuen Lerneffekt produziert.
  6. 10m 15m – meine persönliche Variante. Beide Schritte liegen zwar dicht beieinander, sodass der zweite weniger zusätzlichen Lerngewinn bringt. Praktischer Vorteil: Beide Wiederholungen finden in einer normalen Lernsession Platz, ohne dass man die Karte am Abend nochmal extra angehen muss.
  7. Wenn du nur sehr wenig Zeit für deine Lernsessions hast und alle Karte sicher in einer einzigen abarbeiten willst: Stelle nur 15m (oder noch niedriger) ein.

6 Fehlversuche

Wenn du bei einer Wiederholungskarte „Nochmal” drückst, gilt sie als Fehlversuch (engl. Lapse). Sie verlässt das normale Intervall und durchläuft die Lernstufen für das Wiedererlernen, bevor sie zurück in den regulären Fluss darf.

  1. Lernstufen für das Wiedererlernen: 15m – ein einziger kurzer Schritt reicht. Die Karte hat gerade gezeigt, dass ihre Spur instabil ist; ein Abruf nach 15 Minuten gibt ihr eine schnelle Re-Konsolidierung, ohne dass FSRS die Kontrolle über das neue Intervall verliert. Lernstufen ≥1 Tag sind auch hier kontraproduktiv, weil FSRS sonst nicht mehr sauber neu kalibrieren kann.
  2. Schwellenwert Lernbremse: 4–8 – nach so vielen Fehlversuchen markiert Anki die Karte als „Leech“ (Problemkarte). Standardwert 8 ist konservativ, 4 ist aggressiver und holt schwierige Karten früher aus dem Lernfluss heraus. Beides vertretbar; ich nutze 4, weil eine Karte, die viermal hintereinander vergessen wurde, fast immer ein Formulierungsproblem ist und nicht ein Gedächtnisproblem.
  3. Aktion bei Lernbremsen: „Nur verschlagworten” – die bessere Wahl als „Aussetzen”. Die Karte bleibt im Lernfluss, bekommt aber das Tag „leech” als Hinweis, dass du sie überarbeiten oder zerlegen solltest. Wiederholte Fehlversuche bedeuten meistens: die Karte fragt zu viel auf einmal, ist unscharf formuliert, oder fehlt im Kontext.

7 Anzeigereihenfolge

Auf dem folgenden Bild sind gute Einstellungen zu sehen, für den Fall das dein Stapel (engl. Deck) größtenteils selbst erstelle Karten enthält:

Auf dem folgenden Bild siehst du optimale Einstellungen, wenn du einen heruntergeladenen Stapel nutzt, der eine bestimmte Reihenfolge der Karten genau beibehalten soll (zum Beispiel leichte Karten in einem Vokabeldeck zuerst):

Und auf dem letzten Bild die Einstellungen für den Fall, dass du die Ordnung von einem heruntergeladenen Stapel bewusst durchbrechen willst oder häufig neue Karten importierst (damit du zum Beispiel am Anfang nicht ausschließlich Angiologie Fragen siehst):

Du willst es genauer wissen? Ok, let´s go!

Lass uns kurz über die etwas sperrigen Wörter sprechen, die in der Anzeigereihenfolge vorkommen – dann ist das Ganze leichter zu verstehen.

  • Einsammelreihenfolge = Welche Karten kommen heute überhaupt in deine Lernwarteschlange?
  • Sortierreihenfolge = In welcher Reihenfolge siehst du die bereits eingesammelten Karten?

Was bei der Einsammelreihenfolge auswählen? Kommt darauf an, wie deine Karten entstanden sind.

  • Szenario 1 – selbst erstellte Karten: Hier ist Positionsnummer (aufsteigend) meist die beste Wahl. Die Positionsnummer entspricht der Reihenfolge, in der du die Karten hinzugefügt hast – und die spiegelt typischerweise deinen eigenen Lernpfad wider. Du willst die Konzepte aus Kapitel 1 abgesichert haben, bevor Kapitel 5 dazukommt. Dieselbe Einstellung verhindert auch, dass ein Rückstau aus älteren Karten immer weiter hinten hängen bleibt, während neuere Karten reinkommen.
  • Szenario 2 – heruntergeladener Stapel (engl. Deck): Hier hängt es davon ab, wie der Stapel aufgebaut ist.
    • Wenn der Ersteller einen klaren didaktischen Aufbau gewählt hat (z. B. Lehrbuch-Kapitel, von Grundlagen zu Spezialfällen) und du diesen nachvollziehen willst → Positionsnummer (aufsteigend) folgt der vom Ersteller gemeinten Reihenfolge.
    • Wenn der Stapel keine erkennbare Lernprogression hat oder die Reihenfolge dir egal ist und du nur Klumpung nach Thema vermeiden willst → Zufällige Notizen. Zufällige Notizen statt zufällige Karten deshalb, weil bei vielen Stapeln pro Notiz mehrere Karten existieren (z. B. Vorder- und Rückseite einer Vokabel) und du beide Richtungen nicht direkt hintereinander sehen willst.

Wenn du dir unsicher bist, ob das Deck eine sinnvolle Reihenfolge hat → erst ein paar Karten in der Standard-Reihenfolge anschauen, dann entscheiden. Frequenz-sortierte Vokabelstapel (= Vokabeldecks, häufigste Wörter zuerst) oder lehrbuchbegleitende Stapel profitieren von der Originalreihenfolge; thematisch ungeordnete Sammlungen meist nicht.

Faustregel: Eigene Karten → aufsteigend. Fremde Karten mit Struktur → aufsteigend. Fremde Karten ohne erkennbare Struktur → zufällige Notizen.

Sortierreihenfolge: legt fest, in welcher Reihenfolge die aus Schritt 1 ausgewählten Karten innerhalb der Lernsession präsentiert werden

Wann Zufällig: Wenn deine Einsammelreihenfolge geordnet ist (z. B. Positionsnummer aufsteigend) und du trotzdem Interleaving im Lernerlebnis möchtest. Anki zieht dann zwar weiterhin die ältesten Karten zuerst aus dem Pool, mischt sie aber innerhalb der Session durch. So kombinierst du Rückstau abarbeiten mit dem lerntheoretischen Vorteil verzahnter Inhalte.

Wann Einsammelreihenfolge: Wenn du eine geordnete Einsammelreihenfolge bewusst beibehalten willst, etwa bei einem lehrbuchbegleitenden Stapel, dessen Reihenfolge didaktisch gemeint ist. Hier würde Zufällig den Aufbau zerstören.

Faustregel: Einsammelreihenfolge zufällig → Einsammelreihenfolge. Einsammelreihenfolge geordnet, aber Session soll gemischt sein → Zufällig. Geordnete Reihenfolge soll erhalten bleiben → Einsammelreihenfolge.

Was bei Wann neue Karten anzeigen auswählen

Mit Wiederholungen mischen: Lerntheoretisch die beste Wahl. Neue und alte Inhalte werden verzahnt, was den Interleaving-Effekt voll ausspielt. Empfohlene Standardwahl, wenn nichts dagegen spricht.

Nach Wiederholungen anzeigen: Die pragmatische Wahl. Du erledigst zuerst die Wiederholungen (lernpsychologisch wertvoller als neue Karten, weil bestehende Spuren gefestigt werden) und kommst danach zum neuen Stoff. Vorteil: Wenn dir die Zeit ausgeht, ist das Wichtigere gemacht. Nachteil: weniger Interleaving zwischen alt und neu.

Vor Wiederholungen anzeigen: In den meisten Fällen die schlechteste Wahl. Du investierst die frische kognitive Energie in den anspruchsvollsten Teil (neue Karten), und Wiederholungen riskieren, bei Zeitmangel hinten runterzufallen – obwohl sie für die langfristige Behaltensleistung wichtiger sind.

Faustregel: Wenn du zuverlässig Zeit für die ganze Session hast → Mit Wiederholungen mischen. Wenn deine Sessions oft abgebrochen werden oder du Wiederholungen priorisieren willst → Nach Wiederholungen anzeigen.

Was bei Wann Karten mit Status „tagesübergreifendes Lernen“ anzeigen auswählen

Das sind Karten, die in der Lernphase mit einem Intervall ≥ 1 Tag stecken. Sie sind weniger stabil als echte Wiederholungen, aber etablierter als brandneue Karten.

Vor Wiederholungen anzeigen: Vertretbare Wahl. Diese Karten sind noch fragil und brauchen ihre Konsolidierung – mit frischem Kopf zuerst angegangen, sinkt das Risiko, dass sie wieder rausfallen.

Mit Wiederholungen mischen: Lerntheoretisch konsequent (Interleaving). Funktioniert gut, wenn du deine Sessions zuverlässig zu Ende machst.

Nach Wiederholungen anzeigen: In der Regel die schwächste Wahl. Karten in der instabilsten Phase landen ganz hinten und riskieren bei Zeitmangel hinten runterzufallen – ausgerechnet die, die es am wenigsten verkraften.

Faustregel: Mit oder Vor Wiederholungen sind beide vertretbar. Nach Wiederholungen nur, wenn du sicher bist, dass du immer fertig wirst.

Was bei Sortierreihenfolge für Wiederholungskarten auswählen

Hier ist die Empfehlung für FSRS-Nutzer eindeutig: Abrufbarkeit (aufsteigend).

FSRS schätzt für jede Karte deine aktuelle Erinnerungswahrscheinlichkeit. Aufsteigend zeigt zuerst die Karten mit der niedrigsten Abrufwahrscheinlichkeit – also die, bei denen du am ehesten kurz vor dem Vergessen stehst. Genau dort liegt der Sweet Spot: Ein Abruf, der spürbar Mühe kostet, aber gerade noch gelingt, produziert den größten Zuwachs an Speicherstärke.

Doppelter Vorteil: Wenn du eine Session nicht beenden kannst, hast du zumindest die kritischsten Karten erledigt. Die sicheren Karten mit hoher Abrufwahrscheinlichkeit können einen Tag warten.

Ohne FSRS (mit klassischem SM-2) gibt es diese Option nicht; dann ist Fälligkeit der Standard – einfach in der Reihenfolge, in der die Karten fällig werden. Lerntheoretisch nicht so elegant wie die FSRS-Variante, aber funktional.

Faustregel: Mit FSRS → Abrufbarkeit (aufsteigend). Ohne FSRS → Fälligkeit.


8 Aufschieben

  1. Ausschalten, wenn zum Beispiel Fall-Fragen gelernt werden, bei denen wichtig ist, dass sie nacheinander erscheinen – Eine Notiz, bei der {{c1::…}}, {{c2::…}} etc. (die aus der Notiz entstehenden Karten) nacheinander zu sehen sein sollen.
  2. Ansonsten alle drei einschalten: damit ähnliche Karten (z. B. {{c1::…}}, {{c2::…}} etc., also die aus einer Notiz entstandenen Karten) nicht nah beieinander gezeigt werden.

9 Automatisches Aufdecken

  1. Automatisches Aufdecken kann als Ankis Autopilot genutzt werden: Karten laufen zeitgesteuert durch, die Antwort wird nach einem festen Intervall automatisch angezeigt und anschließend kann Anki direkt eine Aktion ausführen (optional erst nach Audio). Das ist besonders sinnvoll für Tempo-Reviews, Audio-/Sprachkarten und hands-free Sessions.
  2. Ich setze in beiden Feldern 0,0 (gelbe Pfeile) ein, um die Funktion zu deaktivieren, da sie mir persönlich keinen Vorteil bringt.

10 Tage mit weniger Wiederholungen

Wird für einen Tag oder Tage der Regler nach links geschoben, reduziert sich die Anzahl der Karten an diesem Tag. Dies geschieht relativ zu den anderen Tagen, also alle Tage auf Minimum zu stellen macht dann auch wieder kein Unterschied in der Anzahl der Karten. Der Effekt wird nach und nach über mehrere Tage implementiert.


11 Allgemeine Tipps

  1. Nur „Schwer“ drücken, wenn du die Karte grundsätzlich beantworten kannst, aber z. B. lange für die Beantwortung gebraucht hast. Ansonsten sollten „Gut“ oder „Nochmal“ eurer Standard sein – lieber einmal zu viel „Nochmal“ als einmal zu wenig.
  2. Wie unter FSRS aufgeführt, gelegentlich „Diese Stapelprofil optimieren“.

12 Eigene Anki-Karten erstellen

Die Prinzipen für erfolgreiche Anki-Karten entweder als YouTube Video (klicke auf YouTube) oder Hier ein Artikel, wie du GUTE Karteikarten erstellst.


Quellen

  1. Anki Documentation (o. J.): Anki Manual / Anleitung. https://docs.ankiweb.net
  2. Woźniak, P. (1999): Twenty rules of formulating knowledge. https://www.supermemo.com/en/blog/twenty-rules-of-formulating-knowledge

Version: Februar 2026

© Dr. Lucas Möll. Alle Rechte vorbehalten.

Dieses Dokument ist urheberrechtlich geschützt. Jegliche Nutzung, Vervielfältigung, Verbreitung oder Veröffentlichung – auch auszugsweise – ist ohne ausdrückliche schriftliche Genehmigung des Urhebers nicht gestattet.

 

Veröffentlichungsdatum: 18. Juli 2025

Über den AutorDr. Lucas Möll

Dr. Lucas Möll ist Arzt und Gründer von Lernen lernen. Aus seiner eigenen Erfahrung und jahrelanger Beschäftigung mit Lernpsychologie und effizientem Wissensaufbau entwickelt er Methoden, die Lernenden helfen, schneller zu verstehen und Wissen dauerhaft zu verankern. Seine Inhalte verbinden wissenschaftliche Grundlagen mit anwendbaren Strategien für Schule, Studium und Beruf.

10 KI-Anwendungsfälle für nachhaltigen Lernerfolg

Jetzt kostenlos herunterladen

2 Kommentare

Hinterlasse deinen Kommentar

Diese Artikel könnten Dich auch interessieren

Sport und Lernen: Studentin lernt am Schreibtisch, daneben Laufschuhe, Kettlebell und Bücher zu Gedächtnis und Psychologie.
13. Mai 2026

Sport und LernenWie Joggen, Krafttraining & Co. dein Gehirn auf Höchstleistung bringen

Lernen mit KI – Illustration einer Person, die gemeinsam mit einem Roboter am Laptop und Buch lernt, als symbolische Darstellung KI-gestützten Lernens.
17. April 2026

Lernen mit KIKünstliche Intelligenz ganz einfach für bessere Noten nutzen

Anki für Anfänger symbolisch dargestellt als Illustration eines Kindes, das zu einem Stern blickt
6. Februar 2026

Anki für AnfängerEffektiv lernen mit Spaced Repetition (Praxisleitfaden)

Wo darf ich den lernenlernen.com Lückentext für Anki hinsenden?

Dein Lernfortschritt ist nur noch 60 Sekunden von Dir entfernt. Spam? Nicht bei mir.
Name

Wo darf ich die 10 KI-Anwendungsfälle hinsenden?

Dein Lernfortschritt ist nur noch 60 Sekunden von Dir entfernt. Spam? Nicht bei mir.
Name